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Henschel Typ 33

 

 

 

 

 

Im Zuge des Ersten Motorisierungsprogramms der Reichswehr von 1926 wurde unter Anderem die Entwicklung von geländegängigen Dreiachs-Lastkraftwagen mit einer Nutzlast von 3t gefordert. An der Entwicklung beteiligte sich neben Henschel auch Büssing und Krupp. Henschel lieferte die ersten Fahrzeuge im Jahr 1928 aus. Dabei handelte es sich um den Henschel Typ 33 B 1. In der Zivilausführung hatte dieses Modell Einfachbereifung und Scheibenfelgen. Die Fahrzeuge, die an die Reichswehr geliefert wurden, hatten Dreispeichenfelgen und Zwillingsbereifung an den Hinterachsen. Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung entstand 1928 auch ein dreiachsiges Omnibusfahrgestell, der Henschel Typ 34 D 3. Ab 1929 gab es den geländegängigen Dreiachs-Lkw auch mit dem stärkeren D Motor als Henschel Typ 33 D 1. Von diesem Modell dürften aber nur wenige an die Reichswehr geliefert worden sein. Der Henschel Typ 33 D 1 unterschied sich vom Henschel Typ 33 B 1 durch die etwas längere Motorhaube. In begrenzter Stückzahl wurde ab 1933 der Henschel Typ 33 D 2 gefertigt. Diese Ausführung scheint nicht von der Reichswehr beschafft worden zu sein. Dieses Modell hatte einen verlängerten Radstand und eine Nutzlast von 4-5t. Typisch für diese frühen Ausführungen war, dass die Hinterachsen über separate Gelenkwellen angetrieben wurden.
Ab 1934 wurde eine grundlegend verbesserte Ausführung des Henschel Typ 33 D 1 gefertigt. So war nur noch eine Gelenkwelle mit Durchtrieb zur zweiten Hinterachse vorhanden. Auch wurde der Radstand zwischen erster und zweiter Achse von 3400 auf 3750 mm vergrößert. An den Leistungsdaten änderte sich jedoch nichts. Mit diesem Modell wurden vermutlich auch die Simplexfelgen mit sechs Speichen eingeführt. Der Henschel Typ 33 G 1 mit Dieselmotor wurde neben dem Henschel Typ 33 D 1 ab 1937 hergestellt. Beide Modelle wurden noch bis 1943 gefertigt. Von 1936 bis 1942 kam ferner der Henschel Typ 33 FA 1 zur Auslieferung. Dieses Modell wurde von dem 120 PS starken Henschel Typ F Motor angetrieben und diente ausschließlich als Fahrgestell für die Tankspritze 2,5 (Kfz. 343).
Magirus musste ab 1937 den Henschel Typ 33 in Lizenz fertigen. Von 1937 bis 1941 lief der Magirus Typ 33 G 1 vom Band. Dieser wurde von einem Dieselmotor in Mischbauweise mit 100 PS Leistung angetrieben. So stammte das Kurbelgehäuse von Henschel, die Zylinder, Büchsen und Kolben dagegen von Deutz. Dadurch war der Motor anschlussgleich zum Henschel Typ G Dieselmotor. Von 1939 bis 1941 kam der Magirus Typ 33 H zur Auslieferung. Dieser wurde von einen 125 PS Deutz Dieselmotor angetrieben. Von diesem Modell konnten bislang keine weiteren Unterlagen gefunden werden. Möglicherweise sollte dieser Typ mit verstärkter Motorleistung zum Aufbau von Tankspritzen 2,5 (Kfz. 343) verwendet werden.
Mit dem Henschel Typ 33 hatte sich die Wehrmacht auf einen ersten Standardtyp festgelegt. Alleine bei Henschel wurden von 1934 bis 1943 mindestens 11.234 Fahrzeuge der Untertypen D 1, G 1 und FA 1 gefertigt (da die zu Grunde liegende Liste der Fahrgestellnummernblöcke Lücken aufweist, können es auch mehr gewesen sein). Bis 1934 dürften etwa 400 Fahrzeuge gefertigt worden sein. Bei Magirus kamen von 1937 bis 1941 3.870 Fahrzeuge zur Auslieferung. Diese Stückzahl wurde von keinem anderen Hersteller in dieser Fahrzeugklasse erreicht. Dem entsprechend finden sich viele Spezialvarianten des Henschel Typ 33.
Insgesamt war der Henschel Typ 33 ein robustes und grundsolides Fahrzeug. Später wurde die zu geringe Geländegängigkeit wegen der Zwillingsbereifung und die im Vergleich zum Eigengewicht geringe Nutzlast von 3t bemängelt. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass auch die berühmten amerikanischen Zweieinhalbtonner von GMC und Studebaker zwillingsbereifte Hinterachsen hatten und auch die Nutzlast weniger als die Hälfte des Eigengewichts betrug. Auch waren bei weitem nicht alle dieser Fahrzeuge mit Allradantrieb ausgestattet. Gemessen an diesen Größen, man bedenke auch, dass der Henschel Typ 33 13 Jahre früher konstruiert wurde, schneidet der Henschel Typ 33 durchaus positiv ab.

 

 

 

 

 

Produktionsmodell:

Baujahr:

Motor:

Hubraum (ccm):

Leistung (PS):

Radstand (mm):

Stückzahl:

 

 

Henschel Typ 33 B 1

1928-1935

Henschel Typ B, Otto

7188

65

3400 + 1100

wenige 100

 

 

Henschel Typ 33 D1

1929-1933

Henschel Typ D, Otto

10782

100

3400 + 1100

wenige

 

 

Henschel Typ 33 D 2

1933

Henschel Typ D, Otto

10782

100

5000 + 1200

wenige

 

 

Henschel Typ 33 D 1

1934-1943

Henschel Typ D, Otto

10782

100

3750 + 1100

6.293

 

 

Henschel Typ 33 FA 1

1936-1942

Henschel Typ FA, Otto

11781

120

3750 + 1100

592

 

 

Henschel Typ 33 G 1

1936-1943

Henschel Typ G, Diesel

9123

100

3750 + 1100

4.349

 

 

Magirus Typ 33 G 1

1937-1941

Deutz F 6 M 516 H, Diesel

9123

100

3750 + 1100

zus. 3.870

 

 

Magirus Typ 33 H

1939-1941

Deutz F 6 M 516, Diesel

9123

125

3750 + 1100

 

 

 

 

 

Ausführungen:

 

 

 

 

 

 

Benennung des Kraftfahrzeugs:

Abgekürzte Benennung:

 

 

mittlerer geländegängiger Lastkraftwagen, offen (o)

m. gl. Lkw. off. (o)

 

 

Feldfernkabelkraftwagen [m. gl. Lkw. (o)]

Ff. Kabel-Kw.

 

 

Fernsprech-Baukraftwagen [m. gl. Lkw., off. (o)]

Fsp. Bau. Kw.

 

 

schwerer Fernsprechkraftwagen [m. gl. Lkw., off. (o)]

s. Fsp. Kw.

 

 

mittlerer Flakkraftwagen [m. gl. Lkw. (o)]

m. Flak Kw.

 

 

mittlerer Lastkraftwagen für Feldfernkabel [m. gl. Lkw., off. (o)]

m. Lkw. f. FF-Kabel

 

 

Lastkraftwagen für Fernsprechbau [m. gl. Lkw., off. (o)]

Lkw. f. Fsp. Bau

 

 

Lichtmeßgerätekraftwagen [m. gl. Lkw. (o)]

Lichtm. Ger. Kw.

 

 

Pionierkraftwagen [m. gl. Lkw. (o)]

Pi. Kw.

 

 

Pionierkraftwagen I [m. gl. Lkw. (o)]

Pi. Kw. I

 

 

mittlerer Scheinwerferkraftwagen [m. gl. Lkw. (o)]

m. Scheinw. Kw.

 

 

Druckereikraftwagen (Kfz. 72) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Druck. Kw. (Kfz. 72)

 

 

Fernschreibkraftwagen (Kfz. 72) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Fernschr. Kw. (Kfz. 72)

 

 

Fernschreib-WT-Kraftwagen (Kfz. 72) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Fernschr. WT Kw. (Kfz. 72)

 

 

Fernsprechbetriebskraftwagen (Kfz. 72) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Fsp. Betr. Kw. (Kfz. 72)

 

 

Funkbetriebskraftwagen (Kfz. 72) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Fu. Betr. Kw. (Kfz. 72)

 

 

Funkhorchkraftwagen a (Kfz. 72) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Fu. Horch Kw. a (Kfz. 72)

 

 

Funkkraftwagen a und b (Kfz. 72) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Fu. Kw. a & b (kfz. 72)

 

 

Wetterkraftwagen (Kfz. 72) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Wett. Kw. (Kfz. 72)

 

 

schwerer Vermessungstruppkraftwagen (Kfz. 73) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

s. Verm. Tr. Kw. (Kfz. 73)

 

 

Triebwerkkraftwagen (Kfz. 75) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Triebw. Kw. (Kfz. 75)

 

 

Werkstattkraftwagen (Kfz. 79) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Werkst. Kw. (Kfz. 79)

 

 

Mannschafts-Entgiftungskraftwagen (Kfz. 92/1) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Msch. Entg. Kw. (Kfz. 92/1)

 

 

Bekleidungs-Entgiftungskraftwagen (Kfz. 93/1) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Bekl. Entg. Kw. (Kfz. 93/1)

 

 

Wasserkraftwagen (Kfz. 94) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Wasser Kw. (Kfz. 94)

 

 

Tankspritze (Kfz. 343) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Ts. 2,5 (Kfz. 343)

 

 

Landebahnleuchtkraftwagen (Kfz. 353) mit Fahrgestell des m. gl. Lkw. (o)

Ldb. Leu. Kw. (Kfz. 353)

 

 

Sonstige Ausführungen

 

 

 

 

 

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